1. Eros und Psyche
    2. Die Theatergruppe
    3. Grundsätze unserer Theaterarbeit
    4. Bericht zur Aufführung
    5. Bildergalerie



Klaus Jerofke, Eros und Psyche

Regie:Joachim Gödert
Regieassistenz: Ruth Flörchinger
Termine: Sa. 05.07.2014 um 19.30 Uhr und
Mo. 07.07.2014 um 19.30 Uhr
Ort: Foyer der Fach- und Berufsoberschule (FOS/BOS)
Preise: 7,00 Euro bzw. 5,00 Euro (ermäßigt)

Die Handlung: Die außergewöhnliche Schönheit der von allen bewunderten Königstochter Psyche bringt den griechischen Olymp samt seiner Bewohner, die inzwischen zur Kenntnis nehmen müssen, dass sie von immer weniger Erdenbewohnern verehrt werden, gehörig in Bewegung. Besonders Venus empfindet die Existenz der jungen Sterblichen zunehmend als Bedrohung und sendet deshalb ihren Sohn Eros auf die Erde, um ihre vermeintliche Konkurrentin mit seiner Hilfe auszuschalten. Ihr Vorhaben misslingt jedoch: Auch Eros erliegt der Schönheit Psyches, die sich ebenfalls, ohne seine wahre Identität zu kennen, in den Göttersohn verliebt. Ein folgenschwerer Fehler, da Göttern und Menschen die Liebe zueinander verboten ist. Zeus reagiert mit der Aussendung der drei Rachegöttinnen, die der unschuldigen Psyche drei schlimme Prüfungen auferlegen. Alles scheint verloren, bis die listigen Göttersöhne Apollon und Hermes für wahrlich herzhafte Verwirrung sorgen. Mit der Komödie Eros und Psyche erweckt das Theaterensemble der Fach- und Berufsoberschule Aschaffenburg nach dem letztjährigen Bühnenerfolg Dr. Jekyll und Mr. Hyde die Welt der griechischen Mythologie zu neuem Leben. Zum 400-jährigen Jubiläum des Renaissanceschlosses Johannisburg präsentiert es ein Stück, das mit Wortwitz und Situationskomik von Begierde und Verfallenheit, Neid und Eifersucht, Enttäuschung und Treue erzählt und auf amüsante Weise dem ewigen Kampf zwischen Göttern und Menschen, in dem sich feinsinnige und burleske, mitunter auch recht derbe Charaktere gegenüberstehen, das Feld bereitet. Die Geschichte von Eros und Psyche (ursprünglich "Amor und Psyche") gehört zu den beliebtesten Märchen des römischen Dichters Lucius Apuleius, der sie als Teil seiner "Metamorphosen" veröffentlichte.





Die Theatergruppe

Die im Schuljahr 2011/2012 gegründete Theatergruppe der Beruflichen Oberschule Aschaffenburg richtet sich an Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen unserer Schule.

Im Premierenschuljahr inszenierte das Ensemble unter Leitung von Joachim Gödert das Bühnenstück "Bürgen schafft! Ein Stück Schiller" (Friedrich Schiller und Karlheinz Frankl), das sich humorvoll-kritisch mit der Ballade "Die Bürgschaft", 1798 von Friedrich Schiller verfasst, auseinandersetzt. Aufgeführt wurde das Stück am 05.07.2012 am Mainfranken Theater Würzburg (Kammerspiele) im Rahmen der Schultheatertage 2012 sowie am 07.07.2012 im Foyer unserer Schule.

Im vergangenen Schuljahr 2012/2013 kam "Dr. Jekyll und Mr. Hyde" als Bearbeitung der gleichnamigen Novelle des englischsprachigen Autors Robert Louis Stevenson durch B. K. Jerofke am Samstag, 13. Juli und am Mittwoch, 17. Juli 2013 im Foyer der Schule zur Aufführung





Grundsätze unserer Theaterarbeit

Das Schultheater an der Beruflichen Oberschule (FOS/BOS) Aschaffenburg ist vom gemeinsamen Wirken aller Mitglieder geprägt. Das heißt, dass alle Akteure nicht nur spielen, sondern auch durch das Einbringen eigener Ideen und ihrer individuellen Kreativität wesentlich an der Entstehung des jeweiligen Stücks beteiligt sind. Alle suchen also nach Lösungen, sowohl beim Spiel auf der Bühne, als auch wenn es um die Gestaltung des Bühnenbilds oder die Auswahl von Requisiten geht. Wir stehen während der szenischen Arbeit immer in Kontakt miteinander, kommunizieren verbal und nonverbal, geben Impulse, nehmen Impulse von Mitspielern auf und arbeiten mit ihnen weiter. Dabei wird die Teamfähigkeit sowie das Verständnis für die Auffassung anderer weiter gefördert. Alle Mitglieder können dabei erfahren, dass es bei der Erarbeitung eines Stücks um einen kreativen und vor allem dynamischen Prozess geht und dass es durchaus auch unterschiedliche, aber dennoch plausible Lösungsmöglichkeiten geben kann und muss. Sich auf andere Gruppenmitglieder einzulassen, bedeutet darüber hinaus für uns auch, unterschiedliche Begabungen und Fähigkeiten zu akzeptieren. Das Zusammenspiel schult unsere eigene Wahrnehmung und erweitert die persönlichen Ausdrucksmöglichkeiten, fördert wichtige Schlüsselkompetenzen, die im späteren Leben eine wichtige Rolle einnehmen werden und verbessert unsere Kommunikationsfähigkeit. Insbesondere die Kommunikation zwischen den Spielern einerseits und den Spielern und dem Spielleiter andererseits besitzt in unserem Schultheater einen wichtigen Stellenwert.

Alle Mitspieler übernehmen alleine oder in Teilgruppen Verantwortung für das gemeinsame Projekt. Das Gelingen eines Stücks hängt im Wesentlichen vom gegenseitigen Vertrauen und vom Engagement aller ab. Verlässlichkeit, Pünktlichkeit, Ehrlichkeit, Kritikfähigkeit, die Bereitschaft sich zu wandeln und zu verwandeln sowie eine gesunde Neugierde stellen eine unerlässliche Voraussetzungen für eine gelingende Theaterarbeit dar. Der Theaterunterricht fordert von allen Akteuren ein hohes Maß an Disziplin, um die Proben zu besuchen und dort kreativ mitzuwirken.

Um Mitglied unserer Theatergruppe zu werden, bedarf es keiner besonderen theatralen Vorbildung. Auch Schülerinnen und Schüler, die noch nie Theater gespielt haben, sind bei uns ganz herzlich willkommen und werden genauso herzlich in unseren Kreis aufgenommen.

Kontakt: goedert(at)fosbos-aschaffenburg.de





Tod der Tyrannin!
Die Theatergruppe der Beruflichen Oberschule Aschaffenburg übt mit dem Stück "Bürgen schafft! Ein Stück Schiller" Kritik am Kapitalismus

"Zu Dionys dem Tyrannen schlich Damon, den Dolch im Gewande", so beginnt die von Friedrich Schiller im Jahre 1798 verfasste Ballade "Die Bürgschaft" mit der sich das Theaterstück "Bürgen schafft!" (Schiller/Frankl) humorvoll-kritisch auseinandersetzt. Die Theatergruppe, bestehend aus Schülerinnen und Schülern der 11. und 12. Jahrgangsstufe präsentierte es unter der Leitung von Joachim Gödert mit erkennbarer Spielfreude und herausragendem Zusammenspiel und setzte dabei nicht nur die vorgegebenen Rollen gekonnt in Szene, sondern baute nebenbei noch die Kulissen um und begeisterte mit gekonntem Wortwitz, schicken Kostümen (die Tyrannin trägt Prada!), Adaptionen aktueller Filmkulissen und originellen Regieeinfällen das Publikum im gut gefüllten Foyer der Beruflichen Oberschule (FOS/BOS) am Dämmer Steg. Die Vertrautheit, mit der die sehr talentierten Schauspielerinnen und Schauspieler auf der Bühne miteinander agierten, war für den Zuschauer gut spürbar, ihre souveräne Textkenntnis beeindruckte. Das dargebotene Stück bricht bewusst mit dem idealisierten Bild, das Schiller in seiner Ballade "Die Bürgschaft" von Freundschaft zeichnet: Nicht tiefgründiges und unerschütterliches Vertrauen in den anderen bis in den Tod hinein, sondern Rücksichtslosigkeit und Egoismus beherrschen das kapitalistisches System, das von der Tyrannin als Firmenchefin, beeindruckend gespielt von Claudia Hirsekorn, verkörpert wird. Ihre engsten Mitarbeiter, die Hofräte (Hannah Vogt, Désirée Schneider, Rebecca Brehm, Kristina Frais) sowie die anderen Angestellten trachten ihr nach dem Leben: "Die Frau muss weg!" Mit dem Mord beauftragen sie Damon - einen typischen Verlierertyp unserer Zeit, von Romana Rohden gekonnt als schwächliche, aber dennoch irgendwie sympathische Figur in Szene gesetzt. Wie in der schillerschen Vorlage scheitert das Attentat, woraufhin Damon seinen angeblichen Freund Beppo, beeindruckend gespielt von Franziska von der Marwitz, der Tyrannin als Bürgen zurücklässt, um seine Schwester, mit schauspielerischem Talent von Silvana Thaci verkörpert, mit dem Bräutigam Puma zu verehelichen, den Loic Schubert sehr überzeugend in Szene setzte. Der die Trauung vornehmende Geistliche wurde äußerst einfallsreich, mit viel Witz Ironie von Alisa Bölter gespielt. Rebecca Brehm, die wie viele andere Schauspielerinnen eine Doppelrolle übernahm, beeindruckte das Publikum in der Rolle der Fanny (Beppos Frau) angesichts ihres großartigen schauspielerischen Talents.

Das Ende des Stücks machte klar, dass für die Theatergruppe das von Schiller ursprünglich idealisierte Bild im Kontext einer kapitalistischen und am eigenen Profit und Erfolg orientierten Gesellschaft nicht mehr vorstellbar scheint:
Obwohl Damon sein Wort hält, lässt die Tyrannin den Bürgen vor der verabredeten Frist in aller Öffentlichkeit hinrichten. In dem sich anschließenden Publikumsgespräch verdeutlichten die Schauspieler noch einmal ihre Interpretation und zogen dabei einen Bogen vom dem Ende des Theaterstücks zu dem von ihnen gewählten Motto der Aufführung: "BÜCK DICH HOCH, sonst wirst du ausgesiebt!"

von Claudia Ludolph, Renate Fuchs und Joachim Gödert
09.07.2012





Bildergalerie

13 Bilder von der Aufführung in der Schule am 7.7.2012

23 Bilder von der Aufführung in Würzburg am 5.7.2012

11 Bilder vom Probewochenende vom 15.-17.06.2012 auf dem Schwanberg